Die Dialektik mit der Dialektik

  • Lenin Engels Marx Aristoteles ;-)

    Lenin Engels Marx Aristoteles ;-)

In intellektuellen Teilen der Bevölkerung allgemein und in sich selbst "links" einordnenden politischen Parteien hat der Begriff "Dialektik" eine zentrale, manchmal magisch-mystische Bedeutung.

Nun kommt der Dialektik und den damit verbundenen Gesetzmäßigkeiten eine gewisse Objektivität zu. Da sind wir schon bei der zweiten Kategorie, der in ihren Verwendungen Eineindeutigkeit zukommt. D.h., eine Kategorie hat nur einen bestimmten Inhalt und ein bestimmter Inhalt hat nur diese eine Kategorie als Bezeichnung. Umgangssprachlich ausgedrückt betrifft das eben nicht die Umgangssprache. Soll aber die Aussage bzw. eine Herleitung wahr sein oder die objektive Realität exakt widerspiegeln, genügt die Umgangssprache nicht mehr. (Das trifft ebenso auf den sog. "gesunden Menschenverstand" zu. Abstraktionen lassen sich kaum noch mit ihm erfassen.)
Halten wir fest: 'Objektiv' ist für Materialisten, besonders für Marxisten-Leninisten das, was außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein existiert. Dazu gehört selbst das Denken.


Das war nötig zu nennen, weil Materialisten mittels der Dialektik objektive Realität erkennen wollen. Wenn über Dialektik gesprochen werden soll oder diese Kategorie verwendet wird, ist Klarheit über 'Objektivität' Voraussetzung.

Es gibt einen weiteren Grund: Denken Menschen dialektisch, müssen sie das in Kategorien tun. Eine Überlegung, ein Denkergebnis ist nichts wert, wenn die darin verwendeten Begriffe beliebig interpretierbar sind. Dieses Gesetz ist zentral für die Verwendung von "dialektisch". Wer das für sich in Anspruch nimmt oder sogar nehmen muss, muss sich also ebenso peinlich genau an Kategorien halten, die einen und nur einen Begriffsinhalt haben. Sachverhalte und Erscheinungen unserer Umwelt bezeichnen wissenschaftlich arbeitende Menschen mit Kategorien. Für eine Erscheinung gibt es also im wissenschaftlichen Gebrauch nur eine Wortbezeichung. Nimmt man ein anderes Wort, das "doch das Gleiche ist", wird das darauf aufbauende Gedankengebäude falsch. Es wird nicht nur möglicherweise falsch, sondern zwingend, weil dieses andere Wort einen abweichenden Inhalt benennt.
Der kategoriale Apparat (wissenschaftlich eineindeutige Worte) und Dialektik bilden zusammen eine dialektische Einheit, weil sie gegenseitig unmittelbar abhängig sind.

Kategorienklarheit ist also auch eine wesentliche, zwingende Voraussetzung für dialektisches Denken. Für Marxisten-Leninisten ist die Sache relativ einfacher, weil in ihrem theoretischen Fundament, den von Marx, Engels und Lenin entwickelten wissenschaftlichen Erkenntnissen Kategorien definiert werden oder explizit durch Marx, Engels und Lenin definiert wurden. Da haben es bürgerliche Wissenschaftler schon schwer, weil jeder am liebsten sein Kategoriengebäude entwickelt. Das ist nicht nur so dahingesagt - wir können es täglich in der Praxis erkennen. (Kenntnisse haben im Kapitalismus Warenwert.) Jede sogenannte Schule, jeder mehr oder weniger bedeutende, sich Wissenschaftler nennende Mensch in Ausbeutergesellschaften kommt also über mehr oder weniger Umgangssprachlichkeit nicht hinaus. Natürlich bildet sich eine gewisse Übereinstimmung der kategorialen Inhalte heraus. Es fehlt die Eineindeutigkeit.
Bisher zusammenfassend erkennen wir, dass Logik - dialektische Logik ein wesentlicher Bestandteil der Dialektik ist. Dialektik und dialektische Logik bezeichnen nicht das selbe. Dialektische Logig ist ein Werkzeug der Dialektik. Wieder umgangssprachlich ausgedrückt heißt das, sich eindeutig auszudrücken zu müssen, will man erkennen.

In der materialistischen - in der marxistisch-leninistischen Weltanschauung bezeichnet Dialektik die Entwicklung des menschlichen Denkens. Die Kategorien widerspiegeln exakt die allgemeinen Zusammenhänge, die Bewegung und Entwicklung in der Natur und in der Gesellschaft und also die Übereinstimmung von Denken mit der objektiven Realität, der Erkenntnis von Wahrheit.

Rhetorisch gefragt: Welchen Wert haben dann die vielen Verpaarungen von 'dialektisch' oder 'objektiv' mit beliebigen Begriffen? Vordergründig kann man nur Eigenliebe, einen Anschein von Wissenschaftlichkeit oder den Einsatz als Totschlagargument erkennen. Wer will schon gegen etwas angehen, was als dialektisch gilt?!
Genau da liegt der Hase im Pfeffer: Mindestens in der Wirkung, wenn nicht sogar mit Absicht werden aus Gründen eigener Unfähigkeit bei anderen eigenständiges Denken, Widerspruch, Erkenntnis unterbunden. Derjenige, der irrtümlich, vorweggenommen oder falsch etwas mit 'dialektisch' betitelt, stellt dieses Etwas als unanfechtbar, endgültig hin. Damit verletzt er genau das, was Marxisten-Leninisten mit dialektisch kennzeichnen: Entwicklung, Bewegung, Denken, Erkenntnis, die Zusammenhänge in Natur und Gesellschaft.

Ein Beispiel: "Die DKP sieht objektiv eine wachsende Interessenidentität von Mittelschichten und Arbeiterklasse im Kampf gegen Angriffe der Monopolbourgeoisie." Dieser Satz ist dialektisch-philosophisch, syntaktisch und semantisch falsch.

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